Logo

Argumente gegen S21 - Allgemein

TAZ-Beilage für Einsteiger

Die wichtigsten und aktuellen Fakten zu S21 und zur Volksabstimmung bringt eine mehrseitige Beilage der TAZ. Wer neu im Thema ist, kann hier gleich das Wichtigste finden.

Aktualisiert am 04.01.2012

Bastelanleitung Bahnsteigmodell

Eine witzige Idee für ein 1:100 Papiermodell der geplanten Bahnsteige.
Dass der Bahnhof äußerst knapp geplant ist - das betrifft nicht nur Fahrpläne, sondern auch die Dimensionen der Bahnsteige, Treppen, Aufzüge usw. - steht schon anderweitig ausführlich beschrieben.
Um sich die Verhältnisse bei den Gleisen zu veranschaulichen, ist ein Modell sehr nützlich: Papiermodell21.pdf

Aktualisiert am 31.03.2015

Neuer Text von Prof. Bodack

Bahnzukunft für Stuttgart und Baden-Württemberg
Alternativen zu S21


Prof. Karl-Dieter Bodack war 25 Jahre in Führungspositionen der Bundesbahn und später Deutsche Bahn AG tätig und engagiert sich gegen das Projekt S21.

Hier stellen wir sein neuestes Dokument über die Perspektiven der Bahn vor. Es entstand unter Mitwirkung von:
Klaus Gietinger, Autor und Regisseur, Frankfurt (Main)
Johannes Hauber, Bombardier, Mannheim
Prof. Dr. Wolfgang Hesse, München
Prof. Dr. Heiner Monheim, Universität Trier
Prof. Dr. Jürgen Rochlitz, Havelaue-Strodehne
Vieregg-Rößler GmbH, München
Dr. Winfried Wolf, Berlin/Wilhelmshorst
Beiträge und Anregungen kamen aus der „Initiative Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21“ (darunter auch das Bild Seite 16), vor allem von Klaus Arnoldi, dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und aus dem Kreis der Mitarbeiter von Winfried Kretschmann, MdL, sowie von Dr. Felix Berschin, Heidelberg.

Bahnzukunft-Alternativen

Aktualisiert am 07.08.2016

Ingenieure 22 zu S21 und K21

Der Arbeitskreis Ingenieure 22, dem über 100 Ingenieure, Techniker und Naturwissenschaftler angehören, stellt zwei übersichtliche Flyer vor.

Im Januar verteilte die CDU Leporello-Flyer mit inhaltlich ziemlich mittelmäßig recherchierten Aussagen zu Stuttgart 21. Der erste Flyer, Gegenüberstellung S21-K21, ist eine direkte Antwort auf den CDU-Flyer.

Der zweite zeigt gravierende Sicherheitsmängel in S21, die trotz Schlichterspruchs gar nicht oder nur unzureichend behoben werden können.

Aktualisiert am 07.08.2016

S21 und Städtebau

Die Untersuchung einer Arbeitsgruppe des Städtebauausschuss von 2008 bescheinigt dem Projekt S21 zahlreiche Mängel und Kritik aus Sicht von Stadtplanern und Architekten.

Die gesamte Arbeit befindet sich auf der Homepage ArchitektInnen für K21

Aktualisiert am 07.08.2016

Der Bahnhof und Schlossgarten als Baustelle

Heute verteilen sich die täglich hunderttausende Fahrgäste über den von Gleis 1 bis Gleis 16 sich durchgängig erstreckenden Querbahnsteig zwischen Prellböcken und Haupthalle auf die 8 Bahnsteige unseres Kopfbahnhofs. Zukünftig müssten während der gesamten 15 bis 20-jährigen S21-Bauzeit sämtliche Bahnfahrer über zwei je 120 Meter langen provisorischen Brückenstege über die darunter sich erstreckenden Baugruben sowie die zentrale Baulogistikstraße zum neuen provisorischen Querbahnsteig geschleust werden. Wobei die beiden Brückenstege jeweils gerade einmal die Breite eines einzelnen heutigen Bahnsteigs haben sollen. Auch die direkten Abgänge von Bahnsteigen zur S-Bahn werden während der gesamten Bauzeit gesperrt sein - Zugang zur S-Bahn also nur noch über die Provisorien und weiter durch die Klettpassage oder den einzigen Aufzug aus der Bahnsteighalle.
Und unter diesen Brückenstegen, die vermutlich "eingehauste" Bretterwandkorridore mit einzelnen ausgesägten Gucklöchern für die auswärtigen Baustellentouristen sein werden, donnern und dieseln dann im 24-Sekunden-Takt die 2400 mit Tunnelaushubmaterial schwer beladenen Mulden-LKWs aus dem Park unten durch.

Hier genaue Dokumentationen zu den geplanten Baumaßnahmen:
Baustelle Hauptbahnhof und Schlosspark
Baustelle Nordbahnhof

Aktualisiert am 07.08.2016

Argumente für S21

Das stärkste Argument mit WOW!-Effekt ist die aufwändige Animation, bei der ein ICE in 5 Minuten von Ulm nach Stuttgart fährt:
"Ein Blick in die Zukunft"

Antworten von Boris Palmer auf die gängigsten Pro-Argumente - Präsentation von der Schlichtung am 22.10.2010.

In den meisten Diskussionen werden immer wieder die gleichen Argumente gebracht, die zwar großkalibrig sind, aber bei näherem Hinsehen leere Worthülsen ohne konkreten Inhalt sind.

Protest kommt zu spät
Die Strategie der Verantwortlilchen war von Anfang an, die Fakten zu verbergen und der Öffentlichkeit ein alternativloses Konzept vorzustellen. Die Mehrheit der Bevölkerung ist deshalb auch heute noch ungenügend informiert. Je mehr Fakten öffentlich werden und je mehr Menschen sich mit dem Thema beschäftigen, umso stärker wird der Widerstand. Es stimmt also, dass der massive Widerstand erst 2010 in die Schlagzeilen kam. Tatsache ist aber, dass von Anfang an Bedenken gegen S21 geäußert und von den Verantwortlichen ignoriert oder mit ihrer parlamentarischen Mehrheit abgewatscht wurden.
So schrieben Die Grünen im Arbeitspapier "Alternativen sind machbar!" vom April 1995:
Wir sind überzeugt, daß mit acht unterirdischen Durchgangsgleisen – wie bei Stuttgart 21 vorgesehen – mit vielen Milliarden Mark ein zukünftiger unterirdischer Engpaß gebaut wird. Eine vergleichende Untersuchung der verschiedenen Varianten halten wir vor einer endgültigen Entscheidung für unverzichtbar. (Seite 7)
Bevor bauliche Lösungen konkretisiert werden, müssen zunächst die verkehrspolitischen Kriterien definiert werden … Im Sinne einer demokratischen Planungskultur fordern Bündnis 90 / Die Grünen … eine offene und öffentliche Diskussion über Alternativen dieses Jahrhundertprojekts. (S. 9)

Eine besonders dreiste Manipulation der öffentlichen Meinung: Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Reinhard Löffler, hielt den Grünen vor, sich in einer Arbeitsgruppe 1995 für eine Version von "Stuttgart 21" eingesetzt zu haben, die mit der heutigen Planung identisch sei. Dass genau das Gegenteil der Fall war, kann man in dem Papier nachlesen. Doch die Wenigsten haben Zugriff aufs Archiv. Dass aber Journalisten solche Behauptungen ohne Verifikation weitergeben, als wäre es Tatsache, hat mit Seriosität nicht viel gemein.

Bei einer "Offenen Bürgerbeteiligung" 1997 äußerten viele Bürger ihren Unmut, wie ein Video-Beitrag zeigt.

Auch der Gemeinderat Schorndorf kritisierte das Projekt schon 1998.

...wird abgehängt
Ein bewährtes Mittel ist es, Horrorszenarien auszumalen, die so vage sind, dass sie nicht belegbar (also auch nicht widerlegbar) sind. Damit werden sie zur Glaubensfrage. Dieses Mittel verwendete z.B. Hans Filbinger. In seiner Regierungserklärung vom 27. Februar 1975 behauptete Filbinger: „Ohne das Kernkraftwerk Wyhl werden zum Ende des Jahrzehnts in Baden-Württemberg die ersten Lichter ausgehen.“ Ferner begründete er vorausgegangene Polizeieinsätze damit, dass das Land „unregierbar“ würde, wenn es Schule mache, „daß bei jedem größeren Projekt irgendwelche ideologischen oder anderen Interessenten sich mit mittelbarer oder unmittelbarer Gewalt widersetzten“. (Wikipedia)
Heute, 35 Jahre später, wissen wir, dass es unbegründet war.

Dr. Joachim Pfeiffer (CDU MdB) setzt sich sehr engagiert für S21 ein. In seinem Newsletter (Pfeiffer Post vom 22.10.2010) schreibt er auf zwei Seiten lauter unbelegte Behauptungen über Zukunft, Visionen, Ökologie, ohne allzu viel Sachliches, u.a.: Ein Baustopp oder gar ein Ende von S21 würde nicht nur die Neckar-Metropole von der Entwicklung abhängen, sondern auch Straßburg, Karlsruhe, Ulm, Augsburg, München und Salzburg mit ihrem jeweiligen Hinterland.

Mehr von Joachim Pfeiffer

Arbeitsplätze, Wirtschaft
Dr. Pfeiffer, CDU:
Auch der volkswirtschaftliche Nutzen dieses Projektes steht außer Frage. Durch die getätigten Investitionen entstehen langfristig gesehen viele wirtschaftliche Vorteile. Diese werden jedoch leider oft verschwiegen.
Diese Behauptung wird von S21-Befürwortern immer wieder gebracht. Aber warum werden diese angeblichen Vorteile auch von Dr. Pfeiffer verschwiegen? Einen nachvollziehbaren Nachweis bleibt die S21-Seite schuldig.

Stattdessen eine Peinlichkeit:
80% der beim Abriss des Nordflügels eingesetzten Arbeiter waren bei einer routinemäßigen Zollkontrolle beanstandet worden: keine Sozialversicherung, unter Tarif bezahlt, ja sogar Illegale (Der Spiegel)

Schnellere Verbindungen
Als die Idee vom Tiefbahnhof geboren wurde (80er Jahre), mussten die Lokomotiven der Züge im Kopfbahnhof aufwändig umgespannt werden. Im Durchgangsbahnhof sind dagegen Standzeiten von 1-2 Minuten geplant.

Die immer wieder erwähnte Verkürzung der Fahrzeit nach Ulm ist dagegen nicht auf den neuen Bahnhof, sondern auf die anzuschließende Neubaustrecke Wendlingen-Ulm zurückzuführen.

Anschluss des Flughafens
Durch den Anschluss des Flughafens ans Schnellbahnnetz (Fahrzeit ab Stuttgart: 8 Minuten) verspricht sich der Flughafenbetreiber 1 bis 1,5 Mio. zusätzliche Passagiere pro Jahr. Deshalb beteiligt sich der Flughafen mit mehreren Mio. Euro an den Kosten. Der Anschluss von Fernbahnlinien an Flughäfen in anderen Orten hat nicht die erhoffte Verbesserung gebracht, weshalb die Linien zum Teil nicht ausgelastet sind.

Wiedergewinnung von Freiflächen in der Innenstadt
Die Verlegung der Bahnlinien unter die Erde erlaubt, etwa 100 ha Fläche der Innenstadtentwicklung zuzuführen. Das Konzept sah vor, durch Immobilieninvestitionen den Umbau des Bahnhofs zu finanzieren.
Aber auch bei K21 werden Flächen frei. Zwar "nur" bis zu 75 ha (je nach Ausbauvariante), dafür aber sofort, nicht erst in 10-15 Jahren. Inzwischen ist die Nachfrage nach Immobilien stark gefallen, die Preise ebenso. Das Konzept, aus den Immobilienverkäufen den Bahnhofsumbau zu finanzieren, ist geplatzt. Desweiteren haben sich die Verantwortlichen aus Land, Stadt und Bahn in der Schlichtung verpflichtet, die frei werdenden Flächen sozial und ökologisch zu bebauen - das schließt aber große Gewinne für Investoren aus.

Bei K-21 würden die Bewohner des Neckartals massiv belastet
Wahrheit nach Salami-Taktik. Immer wieder heißt es: Gegen die aufgeständerten Gleise im Neckartal würden die Anwohner sturm laufen. CDU Hedelfingen sieht daher in K21 ein "menschenverachtendes Hirngespinst", das die Neckarvororte "unbewohnbar machen" würde.
Auf Anfrage der Stuttgarter Zeitung hat das Sprecherbüro von Wolfgang Drexler allerdings eingeräumt, dass im Neckartal auch bei Stuttgart 21 zwei neue Gleise gebaut werden müssen, die dann dicht an Wohnhäuser im Imweg heranrücken.

Die Bahntrasse in Obertürkheim wird bei S21 bis auf sechs Gleise erweitert. Derzeit verkehren dort pro Tag 528 Züge. Mit Stuttgart 21 können es 636 werden. Bei den Güterzügen dürfe sich die Zahl von jetzt 75 auf maximal 130 am Tag erhöhen. Klar sei aber, dass es keinen Lärmschutz Richtung Hedelfingen geben werde, denn dazu sei die Bahn nicht verpflichtet.

Dabei ist die Strecke über das Neckartal nur eine Option, um den Bahnhof besser an den Flughafen anzubinden. Der ökonomische Wert einer aufwändigen Anbindung des Flughafens ist fraglich, ökologisch ist es Unsinn. Deswegen kann auf diese Strecke verzichtet werden, ohne dass andere Vorteile der K-21-Lösung davon gemindert würden. (Rede von Prof. Bodack)

Bis zu 25000 neue Arbeitsplätze
Die Befürworter rechnen mit 17-25 Tausend neuen Arbeitsplätzen, vor allem im Handel. Auf der frei werdenden Fläche sollen über 40000 qm Verkaufsfläche entstehen.Dieses Center stellt aber eine Gefahr für den etablierten Handel in der Innenstadt dar. Eine Prognos-Studie aus dem Jahr 2009 ist deutlicher: Das Center sei für den Einzelhandel der Innenstadt unverträglich. Das Forschungsinstitut veranschlagt für den Einkaufs­tempel rund 226 Millionen Euro Jahresumsatz (damals ging man noch von 47.500 Quadratmetern Fläche aus). Ergo: Kaufkraft wird anderswo abgezogen. Der Stuttgarter Handel werde gar 49 Prozent ­seines Jahresumsatzes von 111 Millionen Euro verlieren. Geschäfte ­außerhalb der 1a-Lage "werden signifikante Umsatzsatzrückgänge verzeichnen", warnt Prognos-Projektleiter Tobias Koch. Artikel in Der Handel

Eine Prognose des IMU-Instituts sagt statt der Versprechen der S21-Propaganda lediglich ca. 2500 Arbeitsplätze voraus. Artikel in FR Online, Artikel in BILD. Dabei hat die BILD noch vor einem Jahr geschrieben: Mit neuem Superbahnhof kommen 17000 neue Stellen

Aktualisiert am 07.08.2016

Kopfbahnhof vs. Tiefbahnhof

Stuttgart ist der leistungsfähigste Kopfbahnhof Europas und einer der leistungsfähigsten Bahnhöfe Deutschlands, was die Qualität der Verbindungen (also Verspätungen, Anschlüsse, Umstiegsmöglichkeiten usw.) angeht.

Zu den Vorzügen eines Kopfbahnhofs generell gehören auch:

1. Ebenerdiger Zugang zu allen Gleisen. Sehr wichtig für Rollstuhlfahrer sowie Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrädern. Dadurch weniger Treppen und Lifts, mehr Platz für Passagiere.

2. Mit einer großen Zahl von Gleisen können Umstiege zwischen den Linien besser abgestimmt werden. Im modernisierten Kopfbahnhof mit 16 Gleisen kann der Integrale Taktfahrplan (ITF) nach Schweizer Vorbild realisiert werden - im 8-gleisigen Tiefbahnhof nicht.

Aktualisiert am 07.08.2016

Top Home Impressum Besucher:  Copyright © 2010 AT