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Linksammlung zu Stuttgart-21

(Quelle: Rems-Murr gegen Stuttgart-21)

„Warum kommen die Proteste erst jetzt?“

Das stimmt nicht. Gangolf Stocker hat die Initiative "Leben in Stuttgart - kein Stuttgart 21" schon 1994 gegründet. Von Anfang an waren viele Fachleute auf argumentativer Ebene gegen S21 aktiv.
Ein Video von 1997 zeigt eine Alibi-Bürgerbeteiligung, bei der jegliche Kritik von Anfang an unterdrückt wurde:
http://www.archive.org/details/Stuttgart_1997&reCache=1
Tatsache ist auch, dass konkrete Informationen über das Projekt nur scheibchenweise zu Tage kamen, stattdessen gab es nur Dauerwerbung. Viele Menschen haben das Projekt auch nicht richtig ernst genommen, weil immer wieder der Baubeginn verschoben wurde. Die Kosten stiegen, ja sogar wurde das Projekt 2000 von Bahnchef Ludewig „beerdigt“.
Auf parlamentarischer Ebene haben sich Die Grünen immer kritisch über S21 geäußert:
Arbeitspapier von 1995:
http://www.rems-murr-gegen-s21.de/files/s21-arbeitspapier-1995.pdf
Eine besonders dreiste Form der Manipulation: Reinhard Löffler, Fraktionssprecher der CDU im Landtag, behauptete, die Grünen hätten sich 1995 für S21 ausgesprochen, und nannte das o.g. Papier als Beleg:
http://www.reinhard-loeffler.de/meldungen/10-10-20-s21.pdf
Einige Zeitungen haben diese Nachricht weitergegeben, ohne den Inhalt des Papiers zu kennen. Mehr dazu hier:
http://www.rems-murr-gegen-s21.de/index.php?subject=argumente&sub=&limit=0#126

Eisenbahnromantik

Im August 2010 brachte die Serie „Eisenbahnromantik“ eine Dokumentation über das Projekt S21, in der sowohl Projektbetreiber, als auch Kritiker zu Wort kamen. Es ist ein guter Einstieg, um sich über die wichtigsten Streitpunkte zu informieren:

http://www.swr.de/eisenbahn-romantik/-/id=98578/did=6739638/pv=video/nid=98578/gvpwt2/index.html


Leistungsfähigkeit und Verkehrstechnik

Das wichtigste Argument gegen S21 überhaupt. Der Tiefbahnhof bringt – bis auf ausgewählte Verbindungen nach Ulm und zum Flughafen – mehr Nachteile als Vorteile für den Fern- und Regionalverkehr. Für den Güterverkehr hat S21 überhaupt keine Relevanz. Es bindet aber Bundes- und Landesmittel, die dringend für die Rheintalstrecke benötigt werden, zu der Deutschland international verpflichtet ist.
Erst dank der Schlichtung ist öffentlich geworden, dass das Konzept den versprochenen Leistungszuwachs gar nicht ermöglicht. Verbesserung des Verkehrsknotens war auch nie das primäre Ziel des Projekts, sondern Stadtentwicklung!
Die Landesregierung hat die Schweizer Firma sma+ beauftragt, das Projekt zu begutachten. Das Ergebnis der Untersuchung von 2008 war so katastrophal, dass es von der Regierung geheim gehalten wurde. Erst Mitte 2010 ist sie an die Presse gelangt. Die „demokratischen Beschlüsse“ der Parlamente sind also in Unkenntnis dieser wichtigen Tatsachen gefallen.
Die gesamte sma-Studie sowie viele fachmännische Kommentare kann hier eingesehen werden:
http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=534
Zahlreiche Vorträge der Schlichtung haben sich mit ausgewählten Aspekten der Leistungsfähigkeit befasst. Diese Vorträge können auf der Seite von Heiner Geissler heruntergeladen werden:
http://www.schlichtung-s21.de/

Kosten und Finanzierung

In der Finanzierungsvereinbarung vom April 2009, die der Landtag im Mai bestätigt hat, waren Kosten in Höhe von 3,076 Mrd. Euro genannt. Im endgültigen Vertrag vom Ende 2009 geht man schließlich – bis heute – von 4,088 Mrd. Euro aus.
Dabei hat der Bundesrechnungshof schon Ende 2008 die Kalkulation der Bahn in Frage gestellt und nannte eine Summe von mindestens 5,3 Mrd. Euro:
http://www.rems-murr-gegen-s21.de/files/BRH-Bericht_S21_16-5062-1.pdf

In welches Licht werden durch den Bericht des BRH parlamentarische Beschlüsse gerückt?
Die Gutachter von Vieregg & Rössler (die gleichen, die durch ihre Expertisen auch den Transrapid zu Fall gebracht hatten) haben ebenfalls Ende 2008 eine höhere Summe für das Projekt errechnet, nämlich 6,9 Mrd. Euro:
http://www.bund-bawue.de/themen-projekte/verkehr/stuttgart-21/gutachten-vieregg-roessler/
In Folge der Schlichtung haben Wirtschaftsprüfer vertrauliche bahninterne Dokumente untersucht. Sie haben dabei festgestellt, dass die Bahn intern Ende 2008 auch von wesentlich höheren Kosten ausgegangen ist. Davon hat auch die Presse berichtet:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/1203/kostenS21.pdf
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,733415,00.html
Lt. Stern hat die Bahn sogar schon 2002 deutlich höhere Kosten in ihrer internen Kalkulation (BAST) genannt:
http://www.stern.de/politik/deutschland/interne-dokumente-zu-stuttgart-21-bahn-verschwieg-kosten-fuer-s21-1626945.html
Ein häufiges Argument: S21 wäre eine einmalige Chance etwas für BaWü zu tun. Das Geld könne nicht z.B. für Kitas und Bildung verwendet werden. Hier wird mit pauschalen Aussagen gearbeitet, die mit der Realität wenig gemein haben. Grube: "Das Geld ist projektgebunden. Wenn Stuttgart es nicht nimmt, landet es irgendwo bei Herrn Schäuble im Bermudadreieck."
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722571,00.html
Beim genauen Hinschauen entdecken wir aber die Finanzierungsanteile:
Die Kosten des Projekts teilen Bund, Land, Region und Stadt Stuttgart sowie die Bahn AG untereinander auf. Die offizielle Seite:
http://www.das-neue-herz-europas.de/bahnprojekt/finanzierung/finanzierung-stuttgart21/default.aspx
Dazu ist folgendes zu sagen:

Gefahren

Lt. Gesetz ist ein max. Gefälle von 0,25% in Fernbahnhöfen zulässig. In S21 sind aber über 1,5% vorgesehen - mehr als 6 Mal so viel. Die Folgen: Veränderungen des Bremsverhaltens, mögliches Wegrollen des Zuges und - am schlimmsten - Wegrollen von Kinderwagen oder Rollstuhl. Die Bahn wiegelt ab: Im Bahnhof Feuersee ist das Gefälle 2% und es sei noch nie etwas passiert.
http://www.fluegel.tv/index.php?article_id=123

Die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen ist für den Fildertunnel noch gar nicht in die Planung aufgenommen:
http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/geheime-akten-stuttgart-21-nichts-als-chaos-1608267.html
4 enge (statt 8 breiteren) Bahnsteige ohne Rollstuhlrampen, sehr enge Stellen (unter 2 m zwischen Rolltreppe und Bahnsteigkante). Das ist nicht nur im Alltag, sondern insbesondere im Katastrophenfall nachteilig. Mehr dazu im Vortrag von Hans Heydemann vom 6. Schlichtungstag (20.11.2010).
Geologie:
Der Fildertunnel soll durch quellfähigen Gipskeuper gebohrt werden. Die damit verbundenen Gefahren (deren Vermeidung entsprechend teuer ist) veranschaulicht der folgende Artikel:
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2769066_0_4875_-engelbergtunnel-und-ewig-bockt-der-berg.html
Luftschneise: Die Bebauung der Gleisflächen würde die Frischluftzufuhr in den Talkessel weiter verschlechtern. Genaueres im Vortrag von G. Pfeifer (BUND) am 19.11.2010 (5. Schlichtungstag)

Alle Vorträge von der Schlichtung:

http://www.schlichtung-s21.de/dokumente.html
 

Folgen für die Region

Längere S-Bahn-Fahrt, Ausdünnung der S-Bahn, Weniger Umsteigemöglichkeiten in Cannstatt Umsteigemöglichkeiten, Vergraben der Regionalisierungsmittel

Wirtschaft, Arbeitsplätze

S21 soll die Wirtschaft ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen. Die ersten Arbeitsplätze beim Abriss des Nordflügels waren für Illegale bestimmt:
http://www.bild.de/BILD/regional/stuttgart/aktuell/2010/08/17/schwarzarbeit/razzia-auf-der-baustelle-von-stuttgart21.html
 
Von solchen Großvorhaben wie der Tunnelbahnhof profitieren kaum ortsansässige Mittelstandsbetriebe, sondern global agierende Konzerne, wie der Tunnelbohrer-Hersteller Herrenknkecht (der 2009 eine Spende von 70000 Euro an die CDU überwiesen hat):
http://www.stern.de/politik/deutschland/proteste-gegen-s21-auch-die-wirtschaft-wehrt-sich-1612751.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68785415.html
 
Für die Arbeitnehmer in der Region ist vor allem der Nahverkehr relevant. Würde S21 realisiert, hätte das schlimme Folgen für die Pendler: Ausdünnung der Takte, längere Fahrt zum Hauptbahnhof, weniger Anschlüsse zu Regionalbahnen in Cannstatt, sowie längere Umsteigezeiten im neuen Hauptbahnhof:
http://www.rems-murr-gegen-s21.de/index.php?subject=Arg7
 

Politik

Es entstand in über 50 Jahren Alleinherrschaft der CDU ein dichtes Netz von Verbindungen und Verflechtungen zwischen Politik und Wirtschaft. Es ist interessant sie kennenzulernen:
http://stuttgart-21-kartell.org/
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